Zusammenfassung des Treffens mit Prof. Kooths

Am 1.06.2016 präsentierte Prof. Dr. Stefan Kooths, Leiter des  Prognosezentrums des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, eine Einführung in die  Österreichische Schule der Nationalökonomie. Die Österreichische Schule –  eine ökonomische Lehrmeinung, über die Studierende  der Wirtschaftswissenschaften im Hörsaal wohl eher selten Kenntnis erhalten,  denn diese Denkweise ist fernab der vorherrschend neoklassischen  Weltanschauung.

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

 

Die Österreichische Schule kurz und knapp:

- Im Mittelpunkt ökonomischer Betrachtung steht der Mensch als universeller Unternehmer: Er sollte soweit wie möglich frei in seinen Handlungen und Entscheidungen sein.

- Das Grundmotiv wirtschaftlichen Handelns ist die Suche nach Mitteln, um Unzufriedenheit oder Konsequenzen des Nicht-Handelns zu entgehen.

- Wert ist subjektiv: Wirtschaftliche Entscheidungen werden durch subjektiven Grenznutzen und Opportunitätskosten bedingt.

- Märkte entstehen als spontane Ordnung aus dem Wettbewerb einzelner Individuen mit unterschiedlichen Informationsständen.

- Freie Märkte sind unerlässlich; die Politik darf nur Rahmenbedingungen (z.B. Sicherung von Privatvermögen) schaffen.

- Die Wirklichkeit der Marktwirtschaft ist dynamisch und unsicher: Innovation, Kreativität und Wettbewerb führen zur bestmöglichen Wohlfahrt. 

 

Während das Grundkonzept erstmal abstrakt erscheinen mag, ließ Prof. Kooths keinen Zweifel an der konkreten Relevanz. Ein paar Beispiele:

- Politisch durchgesetzter ‚Mindestlohn‘ ist problematisch, da ein marktbestimmter Lohn subjektive Wertschätzung reflektiert und eine solche lässt sich nicht durch Zwang steigern.

- Zinsen sollten frei über Marktmechanismen bestimmt werden, denn eine überhöhte Geldschöpfung (Zinssenkung) der Zentralbanken führt zu Rezessionen und Krisen.

- Politische Umverteilung von Vermögen ist problematisch, denn konzentriertes Privatvermögen erleichtert Wirtschaftswachstum.

- Im Rahmen der letzten großen Finanzkrise hätten die Banken nicht gerettet werden dürfen, denn dadurch werden obsolete Kapazitäten aufrechterhalten und die wirtschaftliche Erholung gehemmt.

Wir sagen: Das ist Zündstoff! Insofern freuen wir uns auf eine baldige Diskussionsrunde mit Prof. Kooths und interessierten Studierenden.

Für weitere Informationen

 

 

Für die Bilder bedanken wir uns herzlich bei Marvin Radke.

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